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hier kann man einen schönen Urlaub verbringen, aber Leben in Spanien?

11 Mrz

Nach der zehnten verfaulten Knoblauchzehe, nach dem öffnen eines gestern im Konsum gekauften Suppengemüse, das den versteckten Schimmel offen legte und dem schälen einiger Gummi-Kartoffeln fiel mir das Gespräch mit einem Franzosen ein, der in Denia einen Laden besitzt, der biologische Lebensmittel anbietet . „Spanier haben keinen Sinn für Lebensqualität. Hier kann man einen schönen Urlaub machen, aber Leben hier ist…..“

Da kann man „merde“ oder „scheisse“ einfügen. Wir kauften bei ihm um 32 Euro ein. Ich denke der einzige gewesen zu sein, der in den letzten Monaten für ein paar Dinge wie „Seitan-Fleisch“, „Wurst“ und einige Aufstriche so viel Geld ausgab…

Ich schrieb schon vor einigen Monaten über diesen Laden, aber ich habe ausser uns noch keinen anderen Kunden darin gesehen. Dafür quellen ALDI und LIDL über…..

Dieses Land ist „am Sand“, wie man in Wien so sagt. 40% der Jugendlichen arbeitslos. Keine Qualität bei den stark überteuerten Lebensmitteln ohne „Gütesiegel“.

Die Kultur in diesem Kaff? Wenn ich mir die Webseite der „Literaturfreunde“ ansehe, denke ich etwas irritiert, eine billige Kopie einer Werbebroschüre eines Altenheimes anzusehen….

Das gesamte Kultur-Angebot darstellender Kunst, wie klassische Konzerte, Oper oder Theater an der Küste? Im besten Fall Zweit- bis Drittklassig. Es ist so, als wenn ein Feinschmecker die „Speisekarte“ einer Imbiss-Stube in einem heruntergekommenen Bezirk einer Metropole wie Wien oder Berlin betrachten würde. Trotzdem schwärmen einige von dieser Stadt. Wie sah deren (Gesellschafts) Leben und Essgewohnheiten wohl vor dem Auswandern aus…?

Ihr wollt nach Spanien auswandern? Hereinspaziert…

26 Jan

ins Pleite-Paradies! Ihr wollt hier ein kleines Vermögen verdienen? Dann kommt aber mit einem großen! Der Arbeitsmarkt wartet förmlich auf tüchtige, deutsche Arbeiter und Unternehmer! Es gibt noch immer zu wenig Nagel-Designerinnen, Putzfrauen, Klempner, Wirte und besonders Pool- und Gartenpfleger!  Die Leute schreien förmlich nach einem Imbiss-Stand mit Curry-Wurst, wollen deutsches Bier in geselliger Runde trinken. Hier herrscht auch ein echter Mangel an esoterisch veranlagten Personen, Wunderheilern und Heilpraktikern!

Was ich vorher beschrieben habe, wäre Musik in manchen Ohren. Aber hier dreht sich das spanische Karussell in eine andere Richtung! Hier wird im sozialen Bereich gespart und viele Spanier verlieren ihre Häuser, den Job, und die Hoffnung! Wenn ich mir manches mal die Fragen von Neo-Auswanderern im Spanien-Forum oder Rentner-Forum, (um nur zwei zu nennen), durchlese, denke ich an die Dummen, die noch immer „erraten“ wo das Bällchen unter dem Hütchen liegt und trotzdem verlieren. Sie haben es doch gaaaanz deutlich gesehen!

Erkundet euch lieber bei Menschen, die das Land wieder enttäuscht, und oft ohne finanzielle Mittel,  verlassen (müssen). Viele von Landsleuten über den Tisch gezogen. Hier gibt es keine Rechtsschutzversicherung und wenig Hilfe von Seiten der Behörden. („wenig“ wäre schon ein Erfolg) Holt keinen Rat bei denen, die damit Geld verdienen um zu „beraten“ und zu „helfen“….

Wie sagt doch der abgeleierte Spruch, den eigentlich jeder deutsch Sprechende hier kennt: „Hütet euch vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind“.


Erinnerungen: Da lebt(e) ein Maler an der Küste….

25 Jan

Meine Frau und ich lernten Willi und seine Gattin in einem Kaffeehaus (kein so richtiges, also eher eine Mischung zwischen Restaurant der dritten, und Beisel der vierten Kategorie) kennen. Also einer der zahlreichen „Saufstätten“ Denias, mit dem Touch einer Imbissstube und dem Flair der kleinen Fischerdorf- Welt….

Aber es stand ein Klosett zur Verfügung, wo sich wenigstens Fäkalbakterien wohl fühlten. Also, das Lokal ist (noch immer!) eine echte, mediterrane „Melange“von Eindrücken…..

Nachdem meine Frau und ich  ja schon sehr viele „Millionäre “ (obwohl es keine ital. Lire mehr gab) und andere Angeber hier kennen gelernt haben, kamen wir mit dem Künstler und seiner „Muse“ ins Gespräch. Vielleicht war er, als Künstler, eine Ausnahme….

Nach ein paar „Gläser“ (Bin mir heute nicht mehr sicher: Vielleicht Wein? Bier glaube ich nicht? Oder beides…?) luden wir die beiden zum essen bei uns zu Hause ein.

Sie kamen, assen und tranken. Wie es auch sein soll. Ich hatte ein sehr gutes Menü zubereitet, gepflegten spanischen Rotwein dekantiert und natürlich meine Hausbar in der Güteklasse eines Sternenhimmels angesiedelt…….

Wir assen, tranken, rauchten und plauderten. Dabei erzählte mir die Frau des Künstlers, dass sie auch immer Leute zu sich einladen. Natürlich zahlten die Gäste pro Person 20 Euro „Unkostenbeitrag“……

Der Abend mit dem durstigen und hungrigen Maler und seiner arroganten und nicht besonders lustigen Frau endete mit einer Verabschiedung (Wir hatten fast schon überlegt ein Gemälde zu kaufen, aber das Preisniveau wäre eher in einem Studio am Montmartre angebracht gewesen. Samt Pinsel, Staffel und Mütze des Künstlers) Der „Meister“ gab mir gnädig ein Album seiner Bilder, das ich später auf einer (ehemaligen) Homepage.veröffentlichte. (Es kostete nur Zeit, kein Geld)

Nach einigen Monaten, ich dachte er würde sich für meine Mühe wenigstens bedanken, entfernte ich die Galerie. Unterm Strich: So nette Leute kann man tagtäglich hier kennen lernen……..

Das Essen (bis auf den Mozzarella alles Vegan) oben bereitete ich in einer Ferienwohnung in Berlin zu….

(schäme mich für den Teller 🙂

Arschlöcher an der Costa Blanca? Viele davon in Denia?

7 Jan

Über 10 Jahre halte ich es in diesem Kaff bereits aus. Wir kamen ganz einfach hier her um das Leben zu genießen, nicht um zu arbeiten. Fazit: Nach sieben Jahren nahm sich meine Frau Andrea, eine Fachärztin, das Leben. Prolos, Mob, Betrüger, Versager, Ignoranten, gepflegte Arschlöcher und vor allem schleimigen Neider, die Mobbing betrieben, waren dir treibende „Kraft“…
So begann ich diesen Blog, schrieb weiter, veröffentlichte ihn und am nächsten Morgen quälte mich mein schlechtes Gewissen. Es zwang mich nun zu einer novellierten Form des „Berichtes“:
In Denia gibt es einfach keine Arschlöcher, keine Betrüger und keine Loser. In diese Stadt kommen, neben studierten Maklern, speziellen Bockwurst-Verkostern und natürlich hochqualifizierten Putzfrauen auch Edel-Maurer, liebevolle Palmen- und Gartenpfleger, diplomierte Poolreiniger und ausgebildete Spezial-Hilfsarbeiter. Sie bereichern die einheimische VIP-Szene und sprechen oft im geliebten Chemnitzer oder Leipziger Hoch-Deutsch. Viele warfen das Hartz IV Projekt über Bord und begannen hier ein neues Leben. (Berichte darüber u.a. bei RTL in „Goodby Deutschland“)
Die besten deutschen Ärzte und Wissenschafter verzichten auf eine Bilderbuch-Karriere oder Professur in ihrer Heimat, um den zugereisten Menschen mit Zusatzversicherungen, in den ehemaligen Fischerdörfern entlang der Costa Blanca, zu helfen. Das alles hat Nachwehen: Die Luxus Feinkostläden wie der „Käfer“ in München oder der „Julius Meinl am Graben“, kulinarisches Gesamtkunstwerk und Österreichs erste Adresse für Gourmets und Genießer, klagen schon über den Schwund der finanzkräftigen Genießer, die an die Costa-Blanca, speziell nach Denia, auswandern.
Hier kauft die Frau (oder Mann) von Welt bei „LIDL“, ALDI“ oder „Mercadona“ die einheimischen Spezialitäten wie „Kraken-Paulis“ Geschwister, ein.
Hier geht die Post ab, liebe Leute. Zwar keine Disco, kein Promenade, dafür die „Prachtstrasse“ und Shopping-Meile Marquése de Campo mit ihren „luxuriösen“ Läden und Lokalen. Hier flanieren die Reichen und Schönen im teuren Outfit von „H & M“ oder China-Outfit vom wöchentlichen Montagsmarkt. Wie das abgebildete Bavaria: Treffpunkt deutscher Biertrink-Kultur-Berreicherer! Dort erwarten Sie auch des öfteren ganz, ganz nette Leute, die wissen schon, wie „Ihnen geholfen wird“….
Also buchen Sie bei Ryanair einen Stehplatz (noch ein bisserle Geduld, der Stehplatz wird nicht lange auf sich warten lassen) und ab in ein neues Leben: Nach Denia….
Dort erwarten Sie immer freundliche Spanier und vor allem: Nette, hilfsbereite Landsleute, die immer einen Rat oder Tip parat haben!
Wenn alles schief läuft: Der freundliche deutsche Bettler vor einem der Supermärkte wird Sie schon mit Tipp`s versorgen…

Lesenswerter Beitrag im Forum „Spanien-Treff“

15 Okt

Interessanter Rat für „Neu-Auswanderer“. Gilt eigentlich für alle Länder, in denen nicht deutsch gesprochen wird. Aber nicht überall ziehen so viele Deutsche, wie nach Spanien….

screenshot: Spanien Forum

Endlich! die (neun?)hundertste Nagel-Designerin in Denia eingetroffen!

10 Okt

und kein Blas-Orchester der örtlichen Blasmusik hat sich zum Empfang eingefunden!  ich hätte es fast versäumt, ein Multi-Talent in „dieser schönen Stadt am Meer mit seinen lieben und netten Menschen“ (geschleimter O-Ton der Ex-Nagel-Designerin) im Internet zu bestaunen, wenn mich nicht ein Bekannter auf sie aufmerksam gemacht hätte.

Ja, bestaunen, denn sie kann singen, schreiben ,malen, ist Mode-Designerin, Visagistin, kochen, bügeln, servieren und vieles mehr, wie auch PR in eigener Sache! In ihrem Blog erzählt diese Dame auch, eine Agentur hat sie angeschrieben um sie einem breiten Publikum in den Plattenbauten vorzustellen: „Good by Deutschland“ oder „Auf und davon“!

Natürlich sitzen die Angestellten dieser Agentur den ganzen Tag von früh bis spät vor dem PC und suchen, und suchen, und suchen stundenlang unter vielen Anstrengungen und viel Kaffee, nach geeigneten Auswanderern.

Die vielen Brieferln und mails, wo sich Leute förmlich aufdrängen um es endlich Auswanderer-Berühmtheiten wie Daniela Katzenberger oder Konny Reimann nachzueifern, bleiben natürlich „Jungfräulich“ liegen……

Hat es diese Frau doch auch schon in die „Costa-Blanca-Nachrichten“ geschafft! Echt prominent! Sogar eine ganze Seite wurde ihr in dieser „Parkwächter-Zeitung“ gewidmet! (Übrigens, ein Büro dieses Fensterputz-Papiers wurde gerade in meiner Straße geschlossen. Wahrscheinlich wegen zu hohen Andrang von Kunden und Lesern)

Diese Zeitung lebt, wie eigentlich alle Medien, von Anzeigen. Wer brav seine Annoncen aufgibt, wird auch einmal erwähnt. Nur weiß ich aus eigener Erfahrung, dass die Anzeigen wenig nützen. Wenn man für etwas inserieren will, müsste man es in spanischen, englischen, holländischen, französischen, polnischen, rumänischen, litauischen etc. Blättern ebenfalls aufgeben…

Als meine verstorbene Frau einmal mit einer Redakteurin ins Gespräch kam, bat sie diese alle paar Wochen als Arzt )ohne Honorar!) eine Rubrik zu schreiben. Meine Frau sagte zu und schrieb einen Artikel. Nur, der erschien nicht. Nach drei Wochen entschuldigte sich wenigstens die „Journalistin“ mit den Worten: „Tut mir leid, aber wir haben Ärzte, die bei uns inserieren und die haben den Vortritt“!

Hat sie die „Strategie“ ihres Blattes nicht vorher gewusst?

Nach mehrmaligen „Versuchen“ ich gab auch eine Web-Adresse an, hatte ich bis zu sieben(!) Zugriffe mehr ,und ein oder zwei Anrufe erfolgten. Das ist die „CBN“!

Aber die Auswanderin hat ja auch noch eine deutsche Regional-Zeitung, die von ihr berichtete.  Natürlich hat sie da auch nicht angeklopft sondern wurde von Redakteuren „entdeckt“!

Ich genieße den Alltag in dieser schönen Stadt am Meer und mit den Menschen, die so freundlich und warmherzig sind“ Das dachte ich auch die ersten Monate an der Küste, nur wollte ich mich damit nirgends einschleimen, ich dachte es nur…

Nun verkauft diese „All-Round-Künstlerin“ auch eigenes Design in ihren Laden…..

Ich habe schönere Dinge an den Tierschutz verschenkt, wie auch die Sachen, die ich in dieser „tollen Zeitung “ nicht verkaufen konnte.

Sie singt auch in einem Lokal, (wie auch viele andere unprofessionelle Sänger und Sängerinnen dort ihr mehr oder weniger vorhandenes Talent ohne Gage „verschleudern“) dafür darf sie aber dort auch als Kellnerin auftreten,  für einen Lohn, mit dem man sich dort nicht einmal ein „Räuschchen“ antrinken kann…

Warum ich ihre Seite nicht verlinke? Weil ich für alternde Tussis nichts übrig habe, die sich in Szene setzen wollen und außer Nagelfeilen nicht viel gelernt haben…

Nun warten wir auf den tausendsten deutschen Fach-Hilfsarbeiter, die zehntausendste „diplomierte Raumpflegerin“ und den ersten Universitäts-Professor….

Das sind viele der AuswanderInnen: „Einzigartig“! Das glauben sie zumindest…