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Spanische Großmannssucht am Beispiel Valencia….

28 Jul

Bitter, was man in einem Bericht der WELT lesen kann. Besonders wenn man mit dem Land verbunden ist, dort einen Wohnsitz hat (und) oder gar arbeitslos ist….

Leere in Valencias überdimensionierten Monumentalbauten

 Unendlich viel falsch investiert: Valencia ist ein Exempel für Spaniens Niedergang nach dem schwindelerregenden Boom. Mit Geltungssucht und Korruption führten Provinzfürsten die Stadt in die Pleite….weiterlesen

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Spanien präsentiert Sparpaket und andere Spektakel (Debakel?)

20 Aug

Angesichts der angeschlagenen Wirtschaft und der hohen Arbeitslosigkeit in Spanien kündigt die Regierung in Madrid neue Maßnahmen im Kampf gegen die Krise an. Sie sollen das Wachstum fördern und den Bausektor wiederbeleben.

schreibt n-tv in einer Meldungsübersicht (siehe auch den Rest weiter unten) So soll auch der Bausektor angekurbelt werden, falls es der Gott der Korruption will. Wenn ich aber aus dem Fenster blicke und fertige, aber unbewohnte Neubauten seit Jahren vor sich hergammeln sehe, stelle ich mir schon die Frage: Was soll noch dazu gebaut werden? In Denia will man nun, mit Geldern der Landesregierung in Valencia, also EU-Geldern der „vereinten“ Netto-Zahler aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich, ein Theater am Meer bauen. Will man damit der Provinzbevölkerung, die mehrheitlich aus Orangen-Bauern, einer von der Arbeitslosigkeit besonders stark betroffenen Jugend und Fischern besteht, Kultur näher bringen?  Wenn ja, welche?

Genügt da nicht die traditionellen Tierquälereien, wie wehrlose, angsterfüllte junge Stiere johlend ins Meer treiben („Bous a la Mar“)? Oder die kitschigen Umzüge wie „Moros y Christianos„?

Dazu die Fallas, wo große, bunte Figuren aus Holz und Pappmachée auf den Straßen und Plätzen der Stadt aufgestellt werden. Sie stellen Aktuelles und Historisches auf satirische und humorvolle Weise dar. In der letzten Nacht werden die „Kunstwerke“ schließlich den Flammen übergeben. Der „Spass“, der in Flammen aufgeht, ist auch nicht billig, besonders in Valencia:

Es gibt sogar einen eigenen Stadtteil für die Herstellung der Fallas, die Ciudad del Artista Fallero. Hier in der Stadt des Fallakünstlers stehen riesige Fabrikhallen, in denen die Fallas entworfen, gebaut und später montiert werden.  Je nach Geldbeutel des Vereins werden auch einmal berühmte Künstler oder Bildhauer mit dem Entwurf der Fallas beauftragt. Für ihre Falla ist den Valencianos übrigens nichts zu teuer. Bis zu einer Million Euro kann so eine Figurengruppe kosten. Quelle: Die Fallas in Valencia.

Nun aber zurück zu den Maßnahmen von Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero, dem „Schuster“, der nicht bei seinen Leisten blieb: 

Mit einem neuen Sparpaket will sich Spanien aus der Schusslinie der Finanzmärkte retten. Haushaltsentlastungen über fünf Mrd. Euro sollen der Regierung in Madrid helfen, ihre Defizitziele zu erreichen. Dabei wagt die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone einen Spagat aus Budgetsanierung und Konjunkturimpulsen, ohne drastische Einschnitte vorzunehmen. Die regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero wollen sich ihre Chancen für die Wahlen im November nicht verderben. …

….Um der schwächelnden Bauindustrie auf die Beine zu helfen, plant Spanien vorübergehend eine Steuersenkung für Hauskäufer. Sie sollen bis zum Jahresende beim Kauf neuer Immobilien nur noch eine Mehrwertsteuer von vier Prozent zahlen statt bislang acht Prozent….

….Mittlerweile wächst die Wirtschaft zwar wieder, aber nur minimal. Das Parlament soll kommende Woche über die Pläne abstimmen, die bei Volkswirten auf Skepsis stießen. „Bedenkt man, dass in der ganzen Euro-Zone die Wachstumserwartungen nach unten geschraubt werden und an den Finanzmärkten hohe Unsicherheit herrscht, dann bleibt unklar, ob diese Maßnahmen ausreichen, die Defizitprognosen zu erfüllen“, sagte Marco Valli von UniCredit. Er gehe aber davon aus, dass Madrid notfalls zusätzliche Schritte gehen werde. Das Defizit soll in diesem Jahr auf sechs Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden von 9,2 Prozent 2010. Quelle: n-tv.de

Spanien und seine Atomkraftwerke….

17 Mrz

Mehrere tausend Demonstranten haben heute, Donnerstag, in rund 30 Städten Spaniens die Schließung der acht Kernkraftwerke des Landes gefordert. An der zentralen Kundgebung in Madrid nahmen am Abend nach Angaben der Veranstalter rund 2000 Menschen teil. Das ist doch echt viel, oder? 2000 Menschen demonstrierten!

Da war doch bei einer Demo gegen die Abtreibung im März 2009, viel mehr los: In der spanischen Hauptstadt Madrid  haben rund 100.000 Menschen – eine halbe Million nach Angaben der Veranstalter – gegen die geplante Liberalisierung der spanischen Abtreibungsgesetze protestiert. Knapp 100 verschiedene katholische Organisationen, soziale Bürgerinitiativen, Pro-Leben- und Anti-Abtreibungsplattformen hatten mit Unterstützung der katholischen Kirche zum „Marsch für das Leben“ aufgerufen.

Nun wieder in die Gegenwart:

Spanien: Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatte erst im Vorjahr nach langem Ringen ihre Haltung aufgegeben hatte, die Kernkraftwerke nach Ablauf einer Laufzeit von 40 Jahren abzuschalten. Der Meiler von Garoña bei Burgos, dessen Betriebszeit in diesem Jahr abläuft, erhielt die Genehmigung, bis 2013 am Netz zu bleiben. Das Kraftwerk ist – ebenso wie der Meiler von Cofrentes bei Valencia – fast baugleich mit der japanischen Anlage in Fukushima. In der Nuklearkatastrophe in Japan sieht Madrid jetzt keinen Anlass zu einer Kehrtwende in seiner Atompolitik. Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado sagte, die Krise in Japan sei durch die extremen Umstände eines der stärksten Erdbeben in der jüngeren Geschichte ausgelöst worden. (Quelle: shz.de)

Störfälle in spanischen Reaktoren

Störfälle in spanischen Reaktoren sind keine Seltenheit. Alleine im Jahr 2009 waren alle Reaktoren zusammen 572 Tage nicht in Betrieb, weil sie nach Störungen vom Netz gehen mussten.
In den ersten Betriebsjahren seit 1971 verzeichnete der  Siedewasserreaktor, übrigens ein Schwesterreaktor des havarierten Kernkarftwerks Fukushima, in Santa María de Garoña regelmäßig bedeutende Überschreitungen der Abgabe-Grenzwerte. Er ist auch heute noch in Betrieb.

1998 – Vandellòs 1: Durch ein Feuer im Kernkraftwerk Vandellòs wurden die Sicherheitssysteme stark in Mitleidenschaft gezogen. Es kam aber zu keinem schwereren Unglück, der Vorfall wurde als ernster Störfall eingestuft. Vandellòs 1 wurde danach durch die spanischen Regierung definitiv stillgelegt.

2004 – Vandellòs 2: Die Aufsichtsbehörde CSN stellte fest, dass ihr der Betreiber dieses Werks während Jahren eine Leitungskorrosion verschwiegen hatte, welche die Funktionsfähigkeit der Komponenten-Kühlung hätte in Frage stellen können. Hätten die beiden Leitungen gleichzeitig versagt (und nicht nur eine, wie geschehen), wäre der Reaktor kaum noch herunterkühlbar gewesen. Welche Folgen ein Ausfall der Kühlung haben kann wird gerade an dem Atomkraftwerk in Fukushima in Japan deutlich.
2007 – Vandellòs 2: Nachdem die acht spanischen KKW-Blöcke in nur drei aufeinander folgenden Monaten 14 Störfälle verzeichnet hatten, ereignete sich im Dezember in Vandellos ein weiterer Vorfall: Bei einem Test am laufenden Reaktor waren unvorgesehen einige Abschaltstäbe in den Kern eingefallen. Das habe, schreibt die Aufsichtsbehörde CSN, zu einem Druckabfall im Reaktor-Kreislauf geführt, und damit zur Auslösung der Notkühlung. Der danach erfolgende Druckaufbau führte auch zum Ansprechen von Reaktor-Sicherheitsventilen und Ausströmen von leicht kontaminiertem Kühlwasser in den Containment-Sumpf. Es wurde ein interner Notfall-Voralarm ausgelöst.


2008 – April Ascó:
Entdeckung von Radioaktivität aus dem Brennelementegebäude auf dem Werksareal. Die Dosen lagen zwar unterhalb der Grenzwerte, dennoch stufte die Behörde CSN den Vorfall mit INES 2 ein: Der Betreiber hatte Monate lang deutliche Indizien (Auslösung von Aktivitäts-Alarmen) missgedeutet und zuletzt der CSN verharmlosende Daten geliefert.
2008 – Santa María de Garoña: Am 15. Juli und am 19. August wurden die beiden Batterie-Systeme des Werks getestet. Deren ermittelte Kapazität war gemäß Behörde CSN ungenügend. Diese Gleichstrom-Systeme erfüllen bei Störfällen diverse Sicherheits-Funktionen, so etwa als Starthilfe für die Notstrom-Diesel oder Anzeige des Reaktor-Zustandes. Problematisch an diesem Ereignis ist vor allem auch, dass nach Feststellung der Fehlfunktion des ersten Systems am 15. Juli das zweite System vom Betreiber nicht sofort, sondern erst am 19. August getestet wurde.
2008 – Ascó: In der Doppelblock-Anlage wurden zwischen 5. September und 6. November 2008 acht INES-Störfälle registriert, davon fünf in Block II.

(Quelle: wikipedia)


Gute Zeiten waren, schlechte Zeiten kommen…

14 Feb

Wenn man die Arbeitslosenzahlen im Land Spanien liest, wird so manchen wohl übel werden. Besonders jene werden betroffen sein, die schon jahrelang ihre Hypotheken abstottern und nun um ihren Job oder die Existenzgrundlage bangen:

Nach den vom spanischen Statistikinstiut INE – Instituto Nacional de Estadística – veröffentlichten Zahlen gibt es auf der Insel Mallorca und den Balearen 22,41% mehr Arbeitslose als noch gleichen Zeitraum des Vorjahres.Die Balearen liegen damit 2,36% über dem nationalen Durchschnitt, welcher bei 20,05% liegt. Hinter Valencia (23,04), Murcia (23,17), Andalusien (27,21) und den Kanarischen Inseln (27,6) verzeichneten die Baleareninseln die fünftgrößte Steigerung bei den Arbeitslosenzahlen. (Quelle: Mallorcainfos)

Die finanziellen Masten und sozialen Balken der Fregatten der Armada Spaniens wie Valencia, Balearen,  ächzen und stöhnen unter den starken Stürmen der Finanzkrise….

 

Valencia bescherte mir gestern einen schönen Tag!

22 Okt

Bio-Supermarkt


Meine Lebensgefährtin Ruth klagt seit Wochen über Schmerzen in der rechten Kopfseite.
Das Ohr, Auge und Schulter gaben ihre „Bemühungen“ nicht auf, ihr den Schlaf und die Konzentration für ihre Magisterarbeit intensiv zu attackieren.
Also auf nach Valencia und im Viertel um die Gran Via und Calle Colon (in der Nähe des Rathauses und des Bahnhofes) Nach der Untersuchung fragte ich Dr.Manuel Bordes Monmeneu (der mich nach als Neuro-Chirurg nach einer fünfstündigen Operation am Rücken wieder „gehfähig“ machte) nach einem Laden, der vielleicht Vegetarisch-Bilologische Leckereien anbiete.
Er führte ein kurzes Telefonat, fertigte eine Skizze an, und wir machten uns auf den Weg.
Prompt wurden wir fündig. Aber Hallo, was wir da alles vorfanden! Ein echter Gourmet-Tempel. In jeder Beziehung, auch für „Leichenteile-Vertilger“ 😉
„Die“ Salami-Imitate, die es auch nur in wenigen Läden in Deutschland oder Österreich gibt! Ebenso Steaks aus Seitan! Ruth glänzten die Augen! Ähnliches hatten wir auch schin in Barcelona gefunden, aber dieser Laden war echt Top! Auch im vornehmen Ambiente und den Regalen für Gourmets, nicht unbedingt für Pommes-und Curry-Wurst-Fans! Schon die Auswahl der frischen Brote…
(wir „schlugen“ bei einem Tomatenbrot zu: fast umwerfend!)
Leider hatten wir keinen Parkplatz in der Nähe und konnten nicht alles kaufen, was unser „grünes“ Herz erfreute und wünschte! Auch die Hitze schlug mit 27° „zu Buche“ und dann auch noch die 108 km zurück ins Kaff, wo man nicht besonders viel vorfindet.
Ein zwar etwas weiter Weg nach Valencia, der sich aber lohnt. Diese Stadt sendet Impulse aus: Schöne Frauen, gut gekleidete Leute mit Stil und Eleganz, eine Riesenauswahl an Mode, herrliche Restaurants und Bars, schicke Kaffeehäuser, beeindruckende Bauwerke wie spanische Herrenhäuser und breite Boulevards mit alten und mächtigen Bäumen.
Heute, Freitags, statten wir den sehr gut besuchten Bauernmarkt vor der Markthalle in Denia einen Besuch ab, und waren auch dort begeistert (im Gegensatz zu den verpackte Produkten in der Supermärkten)
Nun sitze ich wieder im Kaff und seufzte. Der Alltag in Denia hat mich wieder im Griff: Weiße Socken-Träger mit chinesischen Sandalen, die Masse der unschicken Damen mit Dreiviertel Hosen, ebenfalls aus Billigläden oder vom Montagsmarkt. Natürlich darf eine Gürteltasche zu der kurzen Hose aus einem Krims-Krams- Laden auch beim „eleganten Herr`n“ nicht fehlen: Die „Uniform“ vieler Repräsentanten deutscher, englischer und spanischer „Provinz-Kultur“ hier….
Vom Dresscode ehemaliger Oststaatler und Südamerikaner ganz zu schweigen…